50 Jahre Kindergarten

50 Jahre Kindergarten

Am Freitag, 23. Juni 2017, feierten wir die ersten 50 Jahre unseres Kindergartens.

Die Feier begann in der Kirche mit einem Rückblick auf die Anfangszeiten durch Pfarrer Fraiss. Danach stellten die Kindergartenkinder vor, was ihnen am Kindergarten wichtig ist.

Ansprachen des Kurators und des Bürgermeisters unterstrichen, wie wichtig ein Kindergarten ist. Bürgermeister Reiter sprach der Pfarrgemeinde außerdem einen großen Dank aus für die Bemühungen um diese Bildungseinrichtung. Die Anwesenheit beider Vizebürgermeisterinnen, Claudia Haberl und Karin Hemetsberger, bewies Wertschätzung. Sogar unser Superintendent, Dr. Gerold Lehner, ließ es sich nicht nehmen vorbeizukommen und persönlich zu gratulieren.

Alle Redner betonten den Dank vor allem an die Pädagoginnen, die nicht nur Arbeitszeit, sondern vor allem viel Herz investieren.

(Bild: Kurator Seiler, Superintendent Lehner, Bürgermeister Reiter, Pfarrer in Ruhe Petri)

Nach Fürbitten, Vater Unser und Segen wurden Luftballons in den Kirchenraum geworfen. Auf ihnen standen die Werte, die unseren Pädagoginnen und Kindern wichtig sind.

Im Anschluss an den Festakt gab es eine fröhliche Feier mit Gegrillten im Kindergarten. Selbst ein kurzer Regenschauer konnte die gute Stimmung nicht bremsen.

Hier, zum Nachlesen, der Rückblick von Pfarrer Fraiss:

Es ist für eine Pfarrgemeinde schon etwas Besonderes, einen Kindergarten begleiten zu dürfen. Wir sind stolz auf diesen Kindergarten, der vor 50 Jahren in einem großen Kraftakt von Menschen aus unserer Pfarrgemeinde errichtet wurde. Pfr. Schuster sah die Not vieler Mütter, die eine Betreuung für die Kinder brauchten.

Ich möchte hier kurz aus der Vergangenheit erzählen, wie die Anfänge unseres Kindergartens gewesen sind. Dazu darf ich sie gedanklich in die frühen 60-er Jahre entführen. Sie müssen sich vorstellen: Die ersten Häuser in der Rosenau wurden ab 1954 gebaut, diese Kirche wurde 1959 geweiht.

1961 wurden ganz konkrete Überlegungen zur Anschaffung einer ORGEL, zur Anlage eines Friedhofes sowie zur Errichtung des ALTENWOHNHEIMES und des KINDERGARTENS angestellt.

Gemeindegründer Pfr. Schuster schreibt dazu:

„Unsere Aufbaugemeinde hat uns Jahr für Jahr immer neue Aufgaben gestellt. In den meisten Fällen war es so, daß die Aufgaben weit größer waren als unsere Kraft. Aber was bei uns an Kraft zu wenig war, setzte Gott an Gnade zu und so sind die Dinge dann geworden. Das Pauluswort aus 2. Kor. 12, 9: »Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig«, bewahrheitete sich Tag für Tag in unserem Gemeindeaufbau.

Der Bau des Altenwohnheims und des Kindergartens waren sichtbarer Ausdruck tätiger Liebe und Zeichen des uns aufgetragenen Tuns.

Am 23. März 1963 wird die Baugrube ausgepflockt und am 6. April fand der erste Arbeitseinsatz statt. Alles ging in so schnellem Tempo, daß wir, als wir am 30. Juni 1963 die Grundsteinlegungsfeier hielten, dem Dach näher waren als dem Grundstein. Am 4. August traf das Studenten-Aufbaulager von Pfarrer Eberhard Röhrig aus Westfalen ein.

– das waren Jugendliche aus Deutschland, die einen Teil ihrer Ferien dafür nutzten, unserer Gemeinde beim Aufbau zu helfen –

Mit ihrer Hilfe gelang es, daß wir Mitte November Altenwohnheim und Kindergarten unter Dach hatten.

Da wurde die Auflösung des Barackenlagers in Pettighofen vom Innenministerium angeordnet und unsere dort wohnenden ALTEN sollten auf die damals noch spärlichen Armenhäuser von ganz Oberösterreich verteilt werden. Aber dann gelang es durch schwierige Wintereinsätze das Altenwohnheim im Februar `64 seiner Bestimmung zu übergeben.

Am 2. August 1964 trifft erneut das Studentenaufbaulager mit Pfarrer Eberhard Röhrig wieder ein.

Das Arbeitsziel war sehr hoch gesteckt. Anbringen der Glaswolle zur Wärmeisolierung und Lattung zum Anbringen des Fassaden-Eternits. Abtragen der gesamten Baracken-Notkirche und der Baracken-Pfarrwohnung. Mit den gewonnenen Brettern sollte das Dachgeschoß über dem Kindergarten ausgebaut und mit loser Glaswolle wärmeisoliert werden. So wurde es das Glaswolle-, Bretter- und Nägellager. In einem Gottesdienst verabschiedete sich das Aufbau-Lager am Mittwoch, dem 2. September 1964. Ich bin immer tief betroffen von einem solchen Dienst christlicher Nächstenschaft. Das ist das höchste, was wir an Dienst darbringen können.

Der KINDERGARTEN sollte zu einem schweren Kreuz werden, weil es dafür keinerlei Subventionen gab und es in unserer österreichischen Kirche gar nicht aktuell war, ja von der Kirchenleitung als Luxus angesehen wurde. Im Oktober 1966 waren dann doch bis auf den Fußboden alle Dinge fertig und im Jänner 1967 machten unsere Frauen eine Haussammlung zu seiner Fertigstellung [Spielzeug !!!]. War das eine Freude, als wir ihn am Sonntag, dem 16. April 1967, einweihen konnten – in Anwesenheit des damaligen Superintendenten Dr. Temml.

Am 18. April 1967 ist der erste Betriebstag. Die aus Stuttgart stammende Kindergärtnerin i. R. Karoline Dorn soll mit ihrer reichen Erfahrung in den Betrieb des Kindergartens einführen. Am 14. Juli verabschiedete sie sich als die anerkannte und liebgewordene Tante Karoline und die junge Kindergärtnerin Ingrid Golda aus Kärnten führte die Arbeit weiter.“

Der Kindergarten war dort, wo sich heute der Jugendtreff befindet, unter dem Pfarrsaal. Der jetzige Eingangsbereich zum Saal existierte noch nicht. Er wurde erst in den 80-er Jahren als Schlaf- und Bewegungsraum ergänzt. Die Kinder schliefen oben im heutigen Saal. Daneben, in der heutigen Saalküche, war eine kleine Wohnung, in der die Kindergärtnerin wohnte. So waren die Anfänge.

Zu Beginn waren nur Kinder zugelassen, deren Eltern keine andere Betreuungsmöglichkeit hatten. Die Gruppengröße der einen Gruppe, mit der wir begonnen haben, waren 30 Kinder. Eine Helferin gab es zu Beginn noch nicht.