"Freikirchen in Österreich" haben Status einer gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaft

„Freikirchen in Österreich“ haben Status einer gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaft

In Österreich gibt es zur Zeit 16 staatlich anerkannte Kirchen und Religionsgemeinschaften. Die jüngste dieser Kirchen kommt aus dem Evangelischen Spektrum und heißt die „Freikirchen in Österreich“. Um die nötige Mitgliederzahl von zwei Promille der österreichischen Gesamtbevölkerung (derzeit 17.000) für eine Anerkennung zu erhalten, haben sich fünf freikirchliche Gruppen zu einer Religionsgesellschaft zusammen geschlossen, und zwar

  • die Freie Christengemeinde-Pfingstgemeinde (dazu gehört z.B. die Freie Christengemeinde Lenzing)
  • der Bund evangelikaler Gemeinden
  • der Bund der Baptistengemeinden
  • die Elaia Christengemeinden
  • die Mennonitische Freikirche (die nächste Gemeinde ist in Gmunden)

Von Seiten der evangelischen wie der katholischen Kirchen wurde das Ansinnen der Freikirchen  deutlich unterstützt. In einem Schreiben an den Sprecher der Freikirchen, den baptistischen Pastor Walter Klimt, gratuliert der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker zur Anerkennung. „Die Evangelischen Kirchen in Österreich haben seit der Reformationszeit im überwiegenden Teil ihrer Geschichte Unterdrückung und Benachteiligung erlebt und genießen letztlich erst seit dem Protestantengesetz von 1961 die völlige rechtliche Gleichstellung als ´freie Kirchen in einem freien Staat´. Sie können daher nachempfinden, was Benachteiligung bedeutet und setzen sich immer wieder für die uneingeschränkte Geltung der Religionsfreiheitsrechte für Religionsgesellschaften und Kirchen in Österreich und im internationalen Rahmen ein“, schreibt der Bischof.

Sprecher Walter Klimt meinte am Donnerstag, 29. August, bei einer Pressekonferenz, das gemeinsame Vorgehen sei ein „Wunder“. Die fünf Bünde „gehen unter das Dach einer Kirche und stehen zu unseren Unterschieden“. Der Vertreter der Elaia-Christengemeinde, Helmuth Eiwen ergänzte: „Wir stehen nicht mehr im Sekten-Eck“. Die derzeit fünf vertretenen Bünde wollen freilich keine „Einheitskirche“ darstellen. Dass man eine große Bandbreite an christlichen Positionen vertrete und es da auch einige „heiße Eisen“ – Stichwort Rolle der Frauen oder Ökumene – gebe, wollte Klimt nicht verhehlen.

Die neue Religionsgesellschaft umfasst rund 160 Kirchengemeinden mit knapp 20.000 Gläubigen.

Die in unserem Bezirk aktive Vöcklabrucker Freikirche wollte diesem Bündnis nicht angehören.

Hier eine Liste aller derzeit in Österreich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften:

1) Katholische Kirche 

2) Evangelische Kirche A. u. H.B.

3) Griechisch-orientalische (= orthodoxe) Kirche in Österreich

  • Griechisch-orientalische Kirchengemeinde
  • Griechisch-orientalische Kirchengemeinde
  • Serbisch-griechisch-orientalische Kirchengemeinde
  • Rumänisch-griechisch-orientalische Kirchengemeinde
  • Russisch-orthodoxe Kirchengemeinde
  • Bulgarisch-orthodoxe Kirchengemeinde

4) Israelitische Religionsgesellschaft

5) Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich

6) Orientalisch-orthodoxe Kirchen in Österreich

  • Armenisch-apostolische Kirche in Österreich
  • Syrisch-orthodoxe Kirche in Österreich
  • Koptisch-orthodoxe Kirche in Österreich

7) Altkatholische Kirche Österreichs:

8) Evangelisch-methodistische Kirche in Österreich (EmK)

9) Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen)

10) Armenisch-apostolische Kirche in Österreich

11) Neuapostolische Kirche in Österreich

12) Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft

13) Syrisch-Orthodoxe Kirche in Österreich

14) Jehovas Zeugen in Österreich

15) Islamische Alevitische Glaubensgemeinschaft in Österreich (ALEVI)

16) Freikirchen in Österreich