Erntedankfest in der Evang. Gnadenkirche Rosenau, Altar mit Sonnenblumen und Brot, Altarraum mit Früchten geschmückt

Gedanken Erntedank 2018

Hier ein paar Gedanken aus dem zweiten Teil der Predigt vom Erntedankfest 2018. Der erste Teil wurde, wie in jedem Jahr, von Kasperl und Sepperl für die Kindergartenkinder vorgespielt.

 

Liebe Gemeinde!

Was sollen wir tun, wenn wir reichlich ernten? Wenn wir mehr Geld und Essen und Besitz haben, weit mehr, als wir brauchen?

Maß halten, lautet eine der Antworten. Und bei Maß halten denke ich nicht ans Oktoberfest. Ich meine: In Maßen essen, trinken, leben.

Nicht umsonst gilt Maßlosigkeit, auch verkürzt mit Völlerei übersetzt, als eine der sieben Todsünden. Todsünden, weil es den reinen Charakter verführt und zerstört.

Ich hätte so eine Charakterprobe für Sie: Gehen Sie mal mit Hunger einkaufen und vergleichen Sie am Ende den Einkaufszettel mit dem im Einkaufswagen – da kann jeder ablesen, wie gut er Maß halten kann. Auch unsere Kinder müssen das lernen: Bei den Süßigkeiten an der Supermarktkasse, bei der Süßigkeitenlade zuhause und auch sonst im Leben. Ich kann und soll nicht alles – und schon gar nicht immer gleich – haben.

Wir müssen lernen, dass nicht jeder Wunsch erfüllt werden kann, ja, dass gar nicht jeder Wunsch erfüllt werden soll – und schon gar nicht gleich und sofort.

Kinder werden maß- und grenzenlos, wenn sie immer alles bekommen, was sie möchten. Sie werden nicht glücklicher, sondern fordernder und weniger dankbar.

Aber nicht nur sie – auch wir Erwachsene werden es. Wir müssen uns beherrschen! Maßlosigkeit ist nicht zufällig eine Todsünde. Sie zerstört den gesunden Menschenverstand, sie macht rücksichtslos, weil sie immer mehr fordert – auch auf Kosten anderer. Maßlos sein, das macht mich Ich-bezogen, also egoistisch. Maßlosigkeit führt meinen Weg weg von einem erfüllten Leben.