Gedanken zum Monatsspruch August 21

Gedanken zum Monatsspruch August 21

Das Ohr zuwenden und die Augen öffnen. Für beides braucht es Ruhe. Es hört sich nicht gut zu, wenn man unter Zeitdruck ist, wenn man tausend andere Dinge im Kopf hat. Man sieht die Probleme und Sorgen anderer nicht, wenn man selber mit den seinen vollauf beschäftigt ist.

Das, was wir uns von Gott wünschen, müssen wir erst einmal selber schaffen. Ohren auf und Augen auf. Und dazu ablegen, loslassen, was uns so in seinen Bann zieht, dass wir eben nicht offene Augen und Ohren haben für die anderen.

Wir hatten viel zu tun: Jeder in Beruf und Privat, aber auch wir alle mit Orgelbau, Wohnheim, Friedhof. Immer sind wir gefordert zu tun.
Wann haben wir wieder Zeit, innezuhalten?

 – hier ist es König Hiskia. Sein Land Israel wird von den Assyrern bedroht. Sie ziehen gegen Jerusalem. Hiskia hält inne. Er geht in den Tempel und betet. Genau jene Worte, die die Monatslosung von August sind: „Neige, Herr, dein Ohr und höre! Öffne, Herr, deine Augen und sieh her!“

Das Heer stand schon vor der Stadt. Da wurde es von einer Seuche oder Plage heimgesucht und die Belagerung musste abgebrochen werden. Israel blieb frei. Das wissen wir nicht nur aus biblischen, auch außerbiblische Quellen belegen dieses Wunder. Gebet und Erhörung. Manchmal geht es so.

Hiskia hat in all dem Stress innegehalten. Ist zum Tempel gegangen. Hat dem Spirituellen in sich Raum gegeben. Es hat ihn gestärkt und ihm die Kraft gegeben zu warten und durchzuhalten bis nach langer Zeit der Angst dann doch der Lichtschein der Hoffnung alles verändert hat.

Auch wir erleben doch so ein kleines Wunder, wenn wir da oben auf die Orgel blicken. Hätten wir doch nicht für möglich gehalten, dass wir das schaffen. Es hat viel Arbeit und Tun gebraucht, aber ohne Innehalten, ohne dem inneren Wunsch und der Sehnsucht danach, wäre es schwer geworden.

Es braucht schon beides: Zeiten des Redens, Planens, Diskutierens, Tuns.
Es braucht aber auch Zeiten des Hörens, Stauens, Betens, der Stille.

Amen.

Amen.