Predigt Florianifeier

Predigt Florianifeier

Matthäusevangelium Kapitel 5, Verse 13 – 16

13 »Ihr seid das Salz für die Welt. Wenn aber das Salz seine Kraft verliert, wodurch kann es sie wiederbekommen? Es ist zu nichts mehr zu gebrauchen. Es wird weggeworfen und die Menschen zertreten es.

14 Ihr seid das Licht für die Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.

15 Auch zündet niemand eine Lampe an, um sie dann unter einen Topf zu stellen. Im Gegenteil, man stellt sie auf den Lampenständer, damit sie allen im Haus Licht gibt.

16 Genauso muss auch euer Licht vor den Menschen leuchten: Sie sollen eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.«

Liebe Gemeinde!

Manchmal ist der kleine Unterschied von großer Bedeutung. In der Bibel ist zwei Mal vom Licht der Welt die Rede. Im Johannesevangelium sagt Jesus: „Ich bin das Licht der Welt.“ Als Evangelium haben wir heute einen Ausschnitt aus der Bergpredigt bei Matthäus gehört und da sagt Jesus etwas Ähnliches, und doch ganz anders. Er sagt zu seinen Jüngern: „Ihr seid das Licht der Welt.“ Damit sagt er also auch zu uns: „Wir sind das Licht der Welt, wir sollten es zumindest sein.“

Manche Menschen hinterlassen ihren Lichtschein auf unserer Erde. Menschen wie Florian, dessen Einsatz für seine Glaubensgeschwister so groß war, dass er den Märtyrertod auf sich genommen hat. Es gab eine Christenverfolgung in der römischen Beamtenschaft. Florian war eigentlich schon in Pension, er war nicht gefährdet. Trotzdem ist er zu seinem ehemaligen Vorgesetzten gegangen, um ihn umzustimmen. Er hat zum ihm gesagt: „Ich bin auch Christ. Bitte verschone meine Glaubensgeschwister.“ Er hätte das nicht tun müssen. Er war nicht in Gefahr. Aber er hat es getan. Er konnte dem Leiden seiner Geschwister nicht zusehen, ohne das Gefühl zu haben, alles in seiner Macht stehende für sie getan zu haben. Sein Einsatz für andere beeindruckt bis heute. Ebenso der Heilige Martin oder unser Nikolaus. Ihr selbstloser Einsatz für andere strahlt bis heute in unser Leben hinein – wir alle wissen von ihnen.

Aber wir brauchen gar nicht so weit schauen: Es gibt auch bei uns Menschen, warmherzig, offen, hilfsbereit, die sind wie eine wärmende Flamme in einer erkaltenden Gemeinschaft. Sie sind Licht. Wir alle sollten Licht sein.

Die Feuerwehrfahrzeuge haben schon mal ein weithin sichtbares Licht oben drauf. Das Blaulicht ist so ein Zeichen: Hier kommt Hilfe! Ich denke, auch die Leute, die da drin sitzen, also ihr, seid solche Lichter des Alltags. Ihr seid ehrenamtlich für andere da. Im Dienst seid ihr es jedenfalls.

Seid ihr es auch daheim?

Ich frage das, weil unsere Gesellschaft heute so dringend gute Vorbilder braucht. Die meisten Promis und Helden, die unserer Jugend heute präsentiert werden, taugen nicht als Vorbild. Unsere Jugend braucht Vorbilder, die ihnen zeigen, wie man den ganz normalen Alltag lichtvoll gestalten kann. Vorbilder, die zeigen, wie man, ganz im Sinne Jesu, anderen Licht sein kann. Dann wird es nämlich hell in unserer Gemeinschaft, in unserem Ort, in unseren Herzen.

Wir brauchen Vorbilder wie einen Florian, wie einen Martin, wie einen Feuerwehrmann, der auch zu Hause das Miteinander, den Respekt, die Nächstenliebe lebt.

Wir brauchen Vorbilder und sollen es sein: „Nicht nur ich bin das Licht der Welt“, sagt Jesus, „ihr könnt der Welt das Licht schenken!“ Das Licht der Liebe, das Licht der Hilfe ohne Gegenleistung und ohne eine Rechnung danach. Das Licht der ehrlichen Gemeinschaft, in der jeder sein darf, wie er ist, in die sich jeder einbringen darf.

Ihr bei der Feuerwehr seid Vorbild. Macht euch das bewusst und nehmt es an und legt diese Einstellung nicht mit dem Einsatzgewand ab, wenn ihr das Feuerwehrhaus verlasst.

Wir können Licht für die Welt sein, und unsere Welt hat diese Art von Licht dringend nötig.

Amen.