Predigt zur Christvesper: Machen Geschenke noch Freude?

Predigt zur Christvesper: Machen Geschenke noch Freude?

Liebe Gemeinde!

Weihnachten ist oft nur das, was wir hier sehen: Berge von Geschenken. Genau genommen eine Wand aus Geschenken. Eine Wand, die verhindert, dass wir sehen, was dahinter liegt.

Was bleibt denn, wenn die bunten Packerl ausgepackt sind?
Ist alles ausgepackt bleibt oft nur graue Leere.
Was bleibt uns denn wirklich, wenn alle Packerl geöffnet sind?

  • Bei unseren Kindern, freilich, da bleibt die Freude über das Spielzeug und die schönen Tage.
    Wobei: Gib deinem Kind ein, zwei Spielzeuge, es wird sich spielen. Lege ihm fünf vor die Füße, es wird sich auf keines konzentrieren können.
    Ein Zuviel verhindert die Freude über das einzelne Geschenk.
  • Bei unseren Konfirmanden ist es schon anders. Die habe ich heuer gefragt, was sie sich zu Weihnachten wünschen. Einer wünscht sich ein Motorrad – und bekommt es nicht. Einer wünscht sich eine Spielkonsole und bekommt sie. Und alle anderen?
    Alle anderen haben mir keine Wünsche sagen können. Die sagen, sie haben schon alles, was sie brauchen.
    Es ist schön, wenn unsere Kinder das sagen können.
    Aber dadurch wird es schwer, ihnen noch wirklich Freude zu machen.
  • Bei uns Erwachsenen ist es noch viel schwerer.
    Die Flut von nutzlosen Geschenken, die wir nur deshalb kaufen, weil uns nichts Besseres einfällt, wird jedes Jahr größer.

Liebe Gemeinde!

Wissen Sie eigentlich, warum wir einander zu Weihnachten Geschenke schenken?
Es ging ursprünglich darum, einander die Freude über Jesu Geburt spürbar zu machen.
Die Geschenke sollten den Kindern helfen, die Freude über Jesu Geburt zu emfpinden.

Aber was ist, wenn uns die Geschenke gar nicht mehr wirklich freuen?
Wie schaffen wir es dann an Weihnachten Freude zu empfinden und zu teilen?

Es gibt nur einen Weg: Wir müssen sehen – es geht nicht um die Geschenke!
Die sind, ausgepackt, manchmal wie eine graue Wand.
Je mehr wir haben, desto weniger Freude bewirken sie

Was wir zu Weihnachten tun müssen ist: Hinter die Wand schauen.
Dahinter sehen wir die Krippe. Auf die Krippe müssen wir wieder mehr schauen.

Zu Weihnachten, aber auch im Alltag.
So wie uns Jesus davor rettet, dass Weihnachten ein Fest ohne Sinn wird,
so kann er auch unserem Leben eine gute Richtung und Sinn geben. Denn auch im Leben geht es nicht wirklich um die Dinge, die man besitzt. Auch da zählen andere Werte, die man nicht mit Geld kaufen und nicht in Packerln verschenken kann.

Amen

Post Scriptum:

Als Rückmeldung auf diese Predigt erhielt ich die Einladung, eine Homepage zu dieser Predigt zu verlinken, in der es werbefrei um die Frage geht, was denn gute und passende Geschenke seien. Ein besseres Geschenk statt einem schlechten Geschenk ist zwar gut, ist aber wohl noch immer nicht die Antwort auf die Sinnfrage von Weihnachten. Trotzdem möchte ich diesem Wunsch nachkommen und den Link hier bereit stellen. Vielleicht ist ja für den einen oder die andere eine gute Anregung dabei.