Predigt zur Sommerpredigtreihe: Wonach richten wir uns aus?

Predigt zur Sommerpredigtreihe: Wonach richten wir uns aus?

Wonach wir uns ausrichten: Das Wort – Gottes 

Predigt von Mag. Gernot Sautner am 18. August 2013 in der Gnadenkirche Rosenau

„Ich habe alles durch Überredung geschafft!“ Ich bin in der Schule in einer  Supplierstunde. Ein Schüler fragt: „Ratet mal, von wem das stammt: ‚Ich habe alles durch Überredung geschafft!‘“

Die Antworten kommen: Gandhi, Papst, Jesus,
nein, schlimmer: Hitler

…und dem ist nur hinzuzufügen, dass daran deutlich wird, dass Worte mehr sind als Schall und Rauch.

So betont es das erste Kapitel des Johannesevangeliums. „Am Anfang war das Wort – und durch das Wort ist alles gemacht!“

Worte haben Macht

Sie eröffnen den Himmel, nehmen Angst, machen Mut, richten uns auf…. Sie kennen 100 Beispiele: Eines aus meiner kleinen Welt: Maturanten – kurz vor dem Showdown – sehen sie aus wie abgemagerte Bleichgesichter. Da bin ich öfter schon hingegangen und habe sie gefragt: Weißt du, was der Engel zu den Hirten am Feld sagte, damals in dieser Nacht? – Fürchte dich nicht! – und da geht meistens ein Schmunzeln auf den Bleichgesichtern auf. Worte wecken Hoffnung.

Aufgrund dieses Machtfaktors den Worte haben, gilt dem Spruch besondere Aufmerksamkeit: „Obwohl die Zunge wenig wiegt, können nur wenige Menschen sie halten.“

Gottes Wort hat lebensschaffende Macht und Kraft!

Wenn wir heute im Gottesdienst auf Gottes Worte hören, dann ist jedoch mehr damit gemeint. Das Johannesevangelium bringt’s auf den Punkt. In Ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen.  Und wir sahen seine Herrlichkeit als eine Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Wort Gottes ist also nicht bloß eine fromme Information, sondern meint Jesus Christus. Er ist mit seinem ganzen Leben zum Wort Gottes an uns geworden. Jesus, Der Christus, hat in besonderer Weise von Gott gesprochen, ja mehr noch: Er war in seiner ganzen Person gleichsam Gottes gutes Wort an die Menschen. Er gab das Versprechen der Güte und Treue Gottes an die Menschen weiter.  Ja, er hat dieses Versprechen wie eine Liebeserklärung Gottes an uns gelebt und damit alles verändert.

Deswegen fasst der erste Timotheus Brief 1,15 das Christusgeschehen so gut zusammen: „Das ist gewisslich wahr und ein Wort, des Glaubens wert, dass Christus in die Welt gekommen ist, damit sich das Leben von uns Menschen zum Guten verändert.“ Das hat der römische Hauptmann anno dazumal geglaubt und Jesus beim Wort genommen. Er hat ihn beim Wort genommen und basta. Das war so chic, dass die Geschichte Einzug gefunden hat ins NT.

Und das führt mich zu einem dritten Schritt der heutigen Predigt, der uns auch ein wenig praktisch werden lässt.

Wo habt ihr in eurem Leben in besonderen Abschnitten ein Wort von Jesus her gehört, empfangen? Ein Wort, das euer Leben zum Guten verändert hat? Was ist dein derzeitiges Lebensabschnittswort? Welches Wort hat aus dir was gemacht, was ohne dieses Wort nicht aus dir geworden wäre?

Ich gebe ihnen zwei Beispiele.

Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet. Bergpredigt

Beste Übersetzung des Jesuswortes und Lebenswortes hat für mich die deutsche Band der Ärzte:

Hast du etwas getan, was sonst keiner tut?
Hast du hohe Schuhe oder gar einen Hut
Oder hast du etwa ein zu kurzes Kleid getragen
Ohne vorher deine Nachbarn um Erlaubnis zu fragen?

Jetzt wirst du natürlich mit Verachtung gestraft
Bist eine Schande für die ganze Nachbarschaft
Du weißt noch nicht einmal genau, wie sie heißen
Während sie sich über dich schon ihre Mäuler zerreißen

Lass die Leute reden und hör ihnen nicht zu
Die meisten Leute haben ja nichts Besseres zu tun
Lass die Leute reden, bei Tag und auch bei Nacht
Lass die Leute reden – das haben die immer schon gemacht

Hört doch auf zur richten – auszurichten, denn auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farben deiner Gedanken an wusste schon Marc Aurel.

Zweites Beispiel:

Ein Lebensabschnittswort. „Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht an Opfer.“ Ich will, dass du mit dir barmherzig umgehst. Dass du dich nicht immer opferst am Altar der Pflichterfüllung. Ich will, dass du es mit dir gnädiger angehen lässt, nicht rauf auf die Schlachtbank der Selbstzweifel – was du alles verbockt hast!
So kommt uns Gott mit seinem Wunsch entgegen und nicht anders!

Barmherzigkeit: So wie du bist, bist du perfekt: Schaun sie, wir alle sind wie ein Fisch, wir haben so markante Erscheinungsformen wie etwa die Rückenflosse. Und??? Ein Haifisch lernt doch auch nicht Rückenschwimmen, bloß weil er eine Rückflosse hat, die immer gleich gesehen wird. Er nimmt’s wie´s ist. Auch nicht blöd. Und sie? Sind sie Rückenschwimmer oder Bauchschwimmer?

Amen