Symbolsprache in der christlichen Kunst

Symbolsprache in der christlichen Kunst

Am 8. März fand im Pfarrsaal Rosenau ein Vortrag von Superintendent Gerold Lehner mit dem Titel „Von der Sprache christlicher Kunst“ statt.

Zu Beginn ging es um den Begriff der Sprache. Oft ist uns gar nicht bewusst, was uns unsere Sprache eigentlich alles möglich macht. Sie hilft uns, Dinge überhaupt erst zu denken. Wir können selbst Unsichtbares mit Sprache ausdrücken. Und das Gleiche kann auch die Kunst.

Dass Kirchen für uns „Inseln einer anderen Welt“ sein können, wenn wir sie bewusst wahrnehmen, machte der Vortragende an einigen Beispielen deutlich.

Er zeigte uns Bilder der Genesis-Kuppel aus San Marco in Venedig, der Glasfenster des Künstlers Hans Gottfried Stockhausen aus dem Jahr 1956, des gotischen Kirchenportals von Notre Dame in Paris.

Das Mosaik der Genesis-Kuppel z.B. erzählt die Schöpfungsgeschichte in Bildern. Diese Geschichte entwickelt sich kreisförmig, von der Mitte weg.  Alles ist auf diese Mitte, den Ursprung ausgerichtet. Der Betrachter der Kuppel kann sich als Teil der Erzählung erleben, wenn er auch auf der Erde, abseits des göttlichen Ursprunges steht.

Spannend ist ein Kunstwerk dann, wenn es bei seiner „Entschlüsselung“ unsere Mitarbeit, unser Nachdenken erfordert. Dabei ist ein gewisses Wissen jedoch Voraussetzung. Zum Beispiel ist es zum Verständnis vieler christlicher Kunstwerke nötig, die behandelten biblischen Geschichten zu kennen.

Besonders betonte Herr Lehner noch die Wirkung der Räume: Räume beeinflussen uns ständig. Sie können sogar unsere Religiosität prägen, sie bestätigen oder uns von ihr entfremden. Deshalb ist  die bewusste Gestaltung von Räumen, z.B. einer Kirche, aber auch einer Wohnanlage,… so wichtig.

Danke für diesen interessanten Vortrag!