Weihnachten ist erst der Anfang

Weihnachten ist erst der Anfang

Predigt zur Christvesper 2015 von Pfarrer Roman Fraiss.

Liebe Gemeinde!

Sie haben im Krippenspiel, sie haben jetzt bei der Lesung das Lied der Engel gehört. Das sogenannte Gloria. Was haben die Engel gesungen? Friede auf Erden!

Und dann schauen wir uns um in der Welt in diesen Tagen! Wir reden zu Weihnachten vom Frieden und sehen so viel Elend in der Welt. Wie geht das zusammen? Ist das alles, was wir hier tun und reden nur ein kitschiges Märchen? Je weniger die Menschen die Weihnachtsgeschichte glauben können, desto mehr wird sie gerahmt durch Bräuche, Beleuchtung, Lichter, Gesänge… ? So viel Rahmen, um das unglaubwürdige Bild zu überdecken?

Wir müssen genau hinschauen auf Jesus damals, um es nicht falsch zu verstehen. In was für eine Welt war denn Jesus hinein geboren?

Zur Zeit Jesu war kein Friede. Da gab es Flüchtlinge und Krieg und Diktatoren. Da gab es Hunger und Elend. Und die Engel kommen zu den armen Hirten, und sie sagen nicht: Alles ist nun gut und Friede ist auf Erden.

Denn Weihnachten ist nicht das Happy End, liebe Gemeinde! Weihnachten ist der Anfang! Mit dem Jesuskind kommt nicht die heile Welt – sie beginnt mit ihm!

Mit Jesus beginnt es besser zu werden. Es ist der Anfang gelegt, nicht der Endpunkt. Das Reich Gottes beginnt zu kommen, ist aber noch nicht ganz und noch nicht überall angekommen. Darum beten wir ja auch im Vater Unser „Dein Reich komme“ (endlich einmal)!

Weihnachten, liebe Gemeinde, ist der Anfang einer besseren Welt. Und wir sind die Jünger Jesu. Wir sind die Nachfolger Jesu. Wir sind die Bauarbeiter, die mitarbeiten am großen Plan Gottes, den die Engel in der Weihnachtsnacht verkündet haben.

Es kann Friede auf Erden werden – wenn du und du und du daran mitarbeitest. In deiner Ehe, in deiner Familie, in deiner Nachbarschaft, in deinem Land, in der Welt.

Mit dem Jesuskind beginnt das Gute, kam das göttliche Licht. Dieses Licht gibt Generation zu Generation weiter, damit es mehr werde und immer heller werde in der Welt.

Wir müssen aufpassen, dass wir es weitergeben an unsere Kinder und ihnen nicht die Welt verdunkeln.

Nehmen wir das Licht Gottes heute in uns auf und leben wir die weihnachtliche Hoffnung auf eine bessere Welt.

Amen.