DANKE Volker Petri

DANKE Volker Petri

DANKE Volker Petri

# Neuigkeiten

DANKE Volker Petri

Am 30. August hielt Pfarrer Volker Petri seine letzte Predigt als liturgischer Vertreter in der pfarrerlosen Zeit. Wir danken ihm von Herzen für seinen Einsatz und die vielen zu Herzen gehende Predigten.

13. Sonntag n. Trinitatis 30.08.26

Ihr Lieben, liebe Christengemeinde!

Ich blicke heute dankbar zurück auf die Zeit, wo ich wieder Verantwortung in unserer Kirchengemeinde übernehmen konnte und durfte, die ich heute bewusst nun zurücklegen möchte mit tiefer Freude im Herzen, dass nun Frau Pfarrerin Nora Matern unsere Kirchengemeinde leiten wird und ich in eurer Mitte sitzen, mitsingen, mitdenken und mitbeten darf- na ja, es passiert mir dann schon beim Zuhorchen der Predigten , dass ich still in Gedanken meine eigene Predigt mache- wie heißt es, „Die Katze lässt das Mausen nicht!“

Ich erinnere mich bei der ersten ökumenischen Feier Allerheiligen in Lenzing 2023, wie ein Mann im besten Alter nach dem Gottesdienst auf mich zukam, mir fest die Hand drückte und staunend und glücklich sagte: „Petri, du lebst noch?“ – Spätestens da wurde mir bewusst, dass diese Jahre ein Geschenk sind und sich Leute freuten, dass es mich noch gibt und ich auf den Wunsch des Presbyteriums vom Superintendenten reaktiviert wurde, das ist ja heute ganz im Trend „aus Alt mach neu- dafür gibt es dann auch den Reparaturbonus“, den ich auch für meinen Dienst bekam.

Nein, ich denke ihr konntet es sehen und fühlen „ich stand nicht wie der Räuber auf der Kanzel cool und abgeklärt“ sondern immer war es auch Nervosität, Herausforderung und ich war dankbar, wenn es gelungen war und ich beim Hände reichen nach dem Gottesdienst fröhliche Augen sah und hörte, dass die Predigt gut war, Na ja, ihr seid ja höfliche Christenmenschen. Nein, ich bilde mir nichts ein und weiß, dass es vorkommt, dass jemand mir sagt, dass die Predigt mal nicht besonders gut war und das ist dann meine liebe kritische und treue Frau!

Noch was, ohne den Dienst der treuen Lektorin Ilse Styhler und des Lektors Franz Peter Seiler, die musikalische Begleitung durch unsere Organistin und die Organisten, unsere Küsterin Florina und die vielen HelferInnen, wie auch die treuen PresbyterInnen, Kuratoren...; danke ihr Lieben. Der Dienst der Verkündigung beschenkt ja auch mich, den Verkündiger und Lektor. Es war und ist ein schöner und erfüllender Dienst und dass ich nie allein in unserer Gnadenkirche war, verdanke ich euch, unserer Kirchenfamilie. Ich musste kein einziges mal, das mutmachende Lied „Wenn zwei, oder drei in meinem Namen versammelt sind“ singen, denn wir waren mehr, 10 mal mehr und in der Kirche geht es ja nicht um Quantität- sondern Qualität und jeder einzelne Gottesdienstbesucher ist ein einzigartiges und besonderes Gotteskind und unsere übersichtliche Gemeinschaft bot Wärme und Geborgenheit. Eines möchte ich unsere GemeindevertreterInnen und PresbyterInnen, ja alle unsere Gemeindeglieder bitten, verwendet nicht das moderne „Nachhaltigkeitsgebot“ für unsere Gottesdienste, das aus Sorge um Abnützung und Schäden in und an der Kirche sich zurückhält. Ich versichere die Gnadenkirche und die treuen Kirchenbänke halten es wirklich aus, man hat sie solide für viele Generationen gebaut.

Na, jetzt reichts mit der Einleitung ich soll heute ja auch noch einen Bibeltext auslegen und habe dazu den 1. Johannesbrief, Kap. 5, 1-4 selber gewählt, vorgeschlagen ist ein anderer- denn in diesem schönen Briefabschnitt ist auch mein Konfirmationsspruch enthalten, der mir mit dem Älterwerden immer wichtiger und tiefsinniger scheint, ganz anders als am Palmsonntag 1961, wo ich Spätzünder und Träumer erst mit der Pubertät begann und die Bedeutung der Worte damals vielleicht ahnte. 

  1. Johannes 5,1-4

„Wer glaubt dass Jesus der Christus, unser Heiland ist, der ist  von Gott geboren und wer den Vater liebt, liebt auch den, der von ihm stammt./ die Christen/

Daran erkennen wir dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten.

Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten und seine Gebote sind nicht schwer.

Denn alles das aus Gott geboren ist überwindet die Welt; und „unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“

Ja, das ist johanneische Theologie. gleich einem Adler das Symbol des Evangelisten, nähert sich die Botschaft des Briefschreibers an das Geheimnis Gottes heran. Fast hat man den Eindruck, wie eine gute Mutter, die dem Kind alles dreimal sagt, so macht das auch der Briefschreiber- will sagen- bitte merk dir das, behalte es in deinem Kopf und doch logisch, oder leicht verständlich ist es nicht.

Christlicher Glaube lebt stets in einer großen Spannung zwischen Gehorsam/ GESETZ und der Freiheit/ EVANGELIUM von der Liebe Gottes- Wir sind Geschöpfe Gottes, Zeichen des Segens und Kinder unserer Zeit. Aber seit der Taufe wissen wir, dass wir auch Gotteskinder sind und immer wieder im christlichen Geist der Liebe, des Glaubens und der Hoffnung , wie neu geboren fühlen. So wie uns ein kühles Bad in diesem heißen Sommer erfrischte, wir uns wie neu geboren fühlten- so ist es, wenn wir bewusst erfahren, wie Gott uns schützt, wie er uns nahe war in schweren Zeiten, welche Glücksaugenblicke er uns gab, welchen Trost wir erfahren haben, wenn wir plötzlich erleben durften, dass wir trotz allem nicht am Ende, nicht verloren und preisgegeben sind in solchen Augenblicken fühle ich und hoffentlich auch ihr alle, ich bin ein Kind Gottes.

Aber wir leben in dieser Welt uns sollen als Christen das Einfachste tun, christlich, versöhnlich, achtsam und einfühlsam in Liebe zu denken und handeln, denn der und die Nächsten sind auch Kinder Gottes. Für Augenblicke, in welchen wir und unsere Menschenliebe versagt, erinnert uns Gott durch die 10 Gebote, die Richtschnur und Halteband im Leben sind.

Nun aber zu meinem und heute auch euren Konfirmationsspruch:

UNSER Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat

Ja, unser, nicht mein schwacher manchmal zweifelnder Glaube, nicht mein unsicheres Gottvertrauen, nicht meine Bekehrung zu Gott, wie das die Freikirchen lehren, nein UNSER GLAUBE, UNSER christlicher Glaube unsere Gemeinschaft hier und überall dort, wo sie es sich sagen, lässt und Mut hat zu glauben, zu vertrauen und zu hoffen, weil diese Gaben uns geschenkt wurden und geschenkt werden- auch im Angesicht des Todes selber.

DER SIEG DES GLAUBENS aber hinterlässt keine Besiegte, keine Opfer, keine Zerstörungen der Sieg des Glaubens verlässt die Trostlosigkeit, Leere und Hoffnungslosigkeit und bricht immer neu auf, bleibt lebendig-

UNSER GLAUBE überwindet die Welt- den Alltag und die Gleichgültigkeit, setzt neue Schwerpunkte, die nicht auf Macht und Geld pochen, sondern die

unvergänglichen Schätze vor Augen führt- das Echo auf unser Christsein, die Dankbarkeit des Herzens, die Erkenntnis des Beschenktseins.

Ich freue mich über das Geheimnis und die Kraft des christlichen Glaubens UNSERES gemeinsamen, erlebten und erhofften Glaubens. Dennoch Glaube ist SEIN und nicht HABEN. Wir sind einzigartige Geschöpfe Gottes und wir sind viel mehr als Christen Kinder Gottes! Wir tragen in uns und mit uns geheimnisvoll etwas von der Heiligkeit Gottes, von jenem Licht as Jesus Christus brachte, von jener Liebe, die er lebte und für die er sein Leben gab.

A m e n.

Dies könnte Sie auch interessieren

0
Feed