Monatsspruch Februar

Monatsspruch Februar

Monatsspruch Februar

# Neuigkeiten

Monatsspruch Februar

„Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR, dein Gott,
dir und deiner Familie gegeben hat.“
(Dtn 26,11) 

Einfälle hat die Bibel! Freude als Gebot, Freude per Knopfdruck – als ob das gehen könnte. Freude kommt von innen. Freude ist ein spontanes Gefühl. Ich will mich doch nicht verstellen, für andere nicht und erst recht nicht für Gott. 

Auf der anderen Seite: Da sind die Nörgeltypen. Nie ist es ihnen recht. Immer finden sie ein Haar in der Suppe. Ja schon, das Essen war lecker, aber dass der Kellner die Serviette vergessen hat! Natürlich, das Konzert war schön, aber diese eine Stelle im Alt, das hätte nicht passieren dürfen! Und ja, die Wohnung glänzt und blitzt wieder, da kann man nichts sagen, bis auf die Flusen in der Ecke dort, hast du die wirklich nicht gesehen? Und die Wutbürger, die ewig Unzufriedenen: Das Einkommen ist leidlich, man kann sich alles Nötige leisten, auch das Reisen kommt nicht zu kurz. Und trotzdem schimpft man über die da oben, fühlt sich übersehen, übergangen, will es denen mal so richtig zeigen.  

Und ich selbst: von Sorgen niedergedrückt, von Ängsten getrieben, manchmal wenigstens. Ob der Monatsspruch da doch eine Hilfe sein kann? Ich muss an Menschen in der Klinikseelsorge denken, alte Menschen oft, wo es körperlich wirklich nicht besser wird. Doch dann höre ich etwas über Kinder und Enkel, über eine Arbeit, die schwer war, aber erfüllend, eine Ehe voller Liebe, auch wenn es schwierige Zeiten gab. Und dann geht es gar nicht mehr um die Hüfte, die nicht heilen will, sondern um Dankbarkeit dem Leben und Gott gegenüber. 

Das ist Freude von innen, ehrlich und tief. Da ist alles echt und nichts manipuliert. Und doch muss man nicht warten, dass diese Freude von selbst kommt. Man kann sich erinnern an das Gute, kann es sich vor Augen rufen und es strahlen und gelten lassen. Keine Angst, das andere ist ja trotzdem da und soll auch nicht unter den Teppich gekehrt werden. 

Deshalb, liebe Unzufriedene, liebe Wutbürgerinnen und Wutbürger, liebe dunkel Gestimmte und am Leben Leidende, mich selbst schließe ich da ausdrücklich ein: Erinnert euch! Habt ihr Feste gefeiert? Menschen geliebt? Seid glücklich gewesen? Wart ganz ihr selbst? Habt gelacht? Getanzt? Vertraut? Gelebt? Vielleicht, ganz spontan, stellt sich Freude ein beim Erinnern. Sowas kann ja wieder kommen. Und tragen in Zeiten, die schwierig sind. Einfälle hat die Bibel!

 
Christoph Eichert (Paulusgemeinde Halle)

Dies könnte Sie auch interessieren

0
Feed