30/06/2026 0 Kommentare
Monatsspruch Juli
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Monatsspruch Juli
Gedanken zum Monatsspruch Juli 2026
Von Florian Bockemühl
Gott spricht: „Es ströme aber das Recht wie Wasser
und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“
(Amos 5,24)
Recht und Gerechtigkeit – die beiden Begriffe stehen sich schon seit Beginn der Menschheit gegenüber. Auf den ersten Blick aufgrund ihrer buchstäblichen Ähnlichkeit leicht zu verwechseln, ist die jeweilige Bedeutung doch verschieden.
Das Recht beschreibt vorwiegend staatlich festgelegte und anerkannte Normen des gesellschaftlichen Verhaltens, meist in Form von Gesetzen. Daraus folgt die Annahme, dass ein gesellschaftlich geordnetes Zusammenleben nur gelingen kann, wenn es nach geltendem Recht erfolgt.
Gerechtigkeit folgt dem Recht in seiner Intention, orientiert sich jedoch hauptsächlich an einem subjektiven Gefühl. Jeder Mensch empfindet Gerechtigkeit anders. Auch hier werden menschliche Beziehungen zueinander angesprochen, aber Gerechtigkeit wird im Gegensatz zum Recht immer individuell bewertet.
Und was hat nun Gott mit der ganzen Sache zu tun? Auch Gott ist an einem geordneten und insbesondere friedlichen Zusammenleben aller Menschen interessiert und hat damit auch ein besonderes Interesse an Recht und Gerechtigkeit. „Recht ist wie Wasser“, heißt es in diesem Vers. Wasser ist schon da, als Gott die Welt erschaffen hat — so lesen wir es am Anfang der Bibel (Gen. 1, 1). Das Wasser ist die Quelle unseres Lebens — ohne geht es nicht. Genauso ist es mit dem Recht. Wir brauchen organisierte und vorgegebene Regeln für eine funktionierende Gemeinschaft.
Die Gerechtigkeit hingegen wird mit einem nie versiegenden Bach verglichen. Sie ist nicht starr, sondern kann ihre Fluss- und Zielrichtung verändern, sofern die gesellschaftlichen Belange dies erfordern. Aber sie fließt stetig und kommt nie zum Erliegen, denn eine versiegende Gerechtigkeit führt zwangsläufig zu einem Erliegen der gesellschaftlichen Werte und Normen.
Recht und Gerechtigkeit – beide haben das gleiche Ziel vor Augen, wählen hierfür jedoch unterschiedliche Ansätze. Gott vereint beide Ansätze in seiner Person und dient somit wie so oft als Brückenbauer und Vorbild für uns. Einen Versuch ist es wert.
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