Predigt über Eva

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Predigt über Eva

Predigt über Eva am 26. April 2026 zu Feier "70 Jahre Frauenkreis"

gehalten von Pfarrer Volker Petri und Jutta Vogtenhuber

Der älteste biblische Bericht erzählt: „Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, nach seinem Bild/ Vorstellung schuf er ihn und schuf sie als Mann und Frau“ …Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei!

.. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen und sie werden sein ein Fleisch! Und die beiden waren nackt und schämten sich nicht! 

Aber da gab es die Schlange, die listiger als alle Tiere war führte sie in Versuchung. Sie sagte: Sollte Gott wirklich gesagt haben, ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? Eva antwortete ehrlich, dass sie von allen Bäumen essen dürfen, nur vom Baum mitten im Garten nicht, dass sie nicht sterben. Die schlaue Schlange aber sagte, dass sie nicht sterben werden, sondern, es werden ihnen die Augen aufgehen, sie werden sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

Eva sah die schönen Früchte, stellte sich vor, wie gut die schmecken würden und dazu auch noch klug machen. Sie nahm und aß und gab auch ihrem Mann, der bei ihr war und er aß! Plötzlich schämten sie sich, da sie nackt waren und machten sich aus Feigenblättern eine Schürze, denn die Augen waren ihnen aufgegangen. Als sie hörten, dass Gott kommt versteckten sie sich.

Gott rief: Adam, wo bist du? Dieser antwortete kleinlaut, dass er im Garten war aber sich auf keinen Fall von Gott so nackt sehen lassen wollte und deshalb versteckt habe. Wer hat dir Adam gesagt, dass du nackt bist? Hast du vom verbotenen Baum gegessen? Adam sagte Gott, dass die Eva- die Gott ihm geschenkt hatte ihm von den verbotenen Früchten zu essen gab.

Als Gott Eva fragte antwortete sie, dass es die Schlange war, die Gott geschaffen hatte und die habe sie verführt. Da verfluchte Gott die Schlange und verhieß Feindschaft zwischen der Giftschlange und den Kindern Evas. Er sagte Eva, dass sie mit Schmerzen Kinder gebären wird und unterstellte sie Adam.

Gott sagte, dass der Acker hinfort verflucht sei und er sich mit Mühsal das tägliche Brot erarbeiten muss im Schweiße seines Angesichtes und er erinnerte Adam, dass von der Erde genommen wurde und nach seinem Tod wieder zu Erde werde.

Und der Herr wies sie aus dem Garten Eden aus und ließ das Paradies bewachen, so dass der Mensch nie wieder zurückkommen konnte. Und Adam und Eva lebten Jenseits von Eden!

Adam und Eva „Sündenfall? oder Emanzipation?“

Adam: Eva wo bist du, komm endlich her, du bist doch meine Frau und schuldest mir etwas mehr Gehorsam, komm!

Eva: Adam, hier bin ich, geht´s jetzt wieder los? Gehorsam forderst du von mir, ich bin nicht dein Kind!  Vergiss nicht, wir sind gleichwertig und gleich wertvoll: Partner und Partnerin.

Adam: Eva, „Gott der Herr sprach, es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin schaffen, die um ihn sei!“ Und der Mensch von dem hier die Rede ist, das bin noch immer ich, dein Mann!

Eva:  Adam erinnere dich wie unglücklich du warst allein im Paradies. Deshalb schuf Gott mich als dein Gegenüber, als deine „Ergänzung“ so steht es geschrieben und es heißt nicht als folgsame oder gehorsame „Gespielin“ und vor allem auch ganz und gar nicht als „Mädchen für alles!“

Adam: Ja, ich war mutterseelenallein mit der ganzen Einsamkeit der Welt.

Eva: Wahrscheinlich war Gott auch mutterseelenallein mit der ganzen Einsamkeit der Welt. Deswegen hat er wohl den Menschen geschaffen. Er brauchte ein Gegenüber.

Adam: Apropos, Eva, mir hast du es zu verdanken, dass es dich gibt! Vergiss nicht, dass ich Gott gebeten habe dich zu erschaffen, du bist meine Bestellung!  Frag bitte nicht, wie lange ich Gott damals in den Ohren lag bis er dich dann geschaffen hat, dich, meine Gehilfin. Du hilfst mir ja heute noch, wenn ich dich frage: „Wo ist mein Hemd, welche Krawatte soll ich nehmen, wohin hast du meine Socken hingelegt, welche Hose passt?

Eva: Ja! Es ist für mich okay dir zu helfen – so wie auch du mir hilfst. Wir sollen einander ergänzen und helfen, wo wir allein nicht zurechtkommen.

Aber ich bin nicht deine Bestellung! Gott hat wohl sofort verstanden, dass du ein gleichwertiges Gegenüber brauchst, dem du in die Augen schauen kannst. Ein Gegenüber, dass dir antwortet und in dem du dich als Mensch erkennst. Wir sollen für einander da sein. Dein Name „Adam“ heißt Mensch und mein Name „Eva“ heißt die Lebensspendende. Das scheint mir wenigstens so wichtig wie Mensch. Adam und Eva - diese beiden Namen ergänzen sich wunderbar! Wo wäre diese Welt ohne uns Frauen, die Lebensspenderinnen?

Adam:  Ich erinnere mich dunkel, wie dich Gott damals schuf. Ich lag in tiefem Schlaf, als Gott mir eine Rippe herausnahm und die Stelle mit Fleisch geschlossen hat um dich zu schaffen!  Als ich mit schmerzendem Seitenstechen aufwachte, standest du plötzlich vor mir und ich war voll überrascht. Ehrlich Eva – unser Herrgott hatte sich wirklich Mühe gegeben, dass du so bezaubernd, so faszinierend und fesch wurdest und so, wie soll ich das sagen – so besonders und eigensinnig!

Eva: was meinst du mit eigensinnig? Was soll das heißen?

Adam: beruhige dich, ich meine du hast deinen eigenen Sinn und eigenen Geschmack, bist schon ein wenig anders. Das ist doch nichts Böses. Erinnere dich, wie ich staunte und sagte: „Da ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch! Eva, du bist meine Rippe, die mein Herz schützt.  Boah, wie poetisch und schön das klingt! Du gehörst zu mir, aber schau mal, du bist eben die Nr. 2 und ich kann nichts dafür!

Eva: Lieber Adam, ich glaube, da hast du etwas falsch verstanden. Nimm die Rippe nicht so wörtlich. Gott hat mich aus deiner Seite gebildet, weil ich an deiner Seite stehen soll. Hätte er mich aus deinem Fuß gemacht, würde das wohl bedeuten, dass ich unter dir stehe. Ja, und er hätte mich ja auch aus deinem Kopf bilden können (kichert). Spaß bei Seite: Ich stehe gleichwertig neben dir – deine Ergänzung, dein Gegenüber, deine Partnerin. Du und deine Nachfolger haben uns für lange Zeit zur Nr. 2 gemacht und zum „aufgemotzten Ripperl“. Überlege, jeder Mann entwickelt sich im Mutterleib zunächst nach unserem weiblichen Grundbauplan, dann erst später taucht euer Y-Chromosom auf. Deshalb hast du verkümmerte Brüste. Eigentlich seid ihr Adams im wahrsten Sinne des Wortes ja „Frauen-Männer“, von Frauen geboren und mit typisch fraulichen Kennzeichen, na, was sagst du jetzt?

Adam: Geh, lass diese blöden Kennzeichen und feministischen Ausführungen und denk darüber nach, wie einfühlsam die Bibel meine besondere Situation beschreibt: „Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhangen und sie werden sein ein Fleisch!“ Bedenk doch, was für ein schweres Los Gott mir auferlegte! Wegen euch, fremden Frauen müssen wir Männer im übertragenen Sinne „Vollwaisen“ werden, Vater und Mutter verlassen, mehr noch, auch die Großeltern und Geschwister! Diese Erfahrung kann und muss auch uns starke Männer traumatisieren!

Eva: Aber Adam, ich will dich ja bedauern. Aber ganz ehrlich, es fällt mir schwer. Möchtest du dich wirklich noch an die Kittelschürze deiner Mutter klammern? Immer noch in deinem Kinderzimmer wohnen? Du bist doch kein Kind mehr und wir gehören zusammen, sind so stark miteinander verbunden wie sonst kein Mensch. Nicht einmal die Eltern und auch nicht die besten Freunde sind sich so nahe wie wir.

Adam: Ja, ja, aber einen Augenblick! Mich stört, dass wir Männer „unseren Frauen anhangen sollen!“ Sag bloß du meinst, dass wir durch die Heirat „Frauen-Anhänger“ werden und nicht mehr die Nr.1? Soweit darf es dann doch nicht kommen. Gott sei Dank steht, dass wir „ein Fleisch sind“ und das ist logisch! Ihr kommt ja aus unserer Rippe und wir aus dem Mutterleib und unsere Bindung ist stärker als die Blutbande. Ich weiß, ihr seid unsere „besseren Hälften“! Anderseits Eva haben wir es nicht immer leicht mit euch. Ihr seid immer für Überraschungen gut. Aber ohne euch wäre das Leben schon fad und leer.

Eva: Du redest ja immer noch von der Rippe und davon, dass du die Nummer 1 bist. Hast du mir nicht zugehört? Und – lieber Adam merkst du, wie du alles verdrehst? Du jammerst, dass ihr Männer euer Elternhaus verlassen müsst. Das hat Gott so vorgesehen, aber in Wirklichkeit sind wir Frauen jahrtausendelang euch Männern gefolgt, nachdem die Eltern unsere Ehen aushandelten und ihr überzeugt wart, dass der Brautpreis uns Frauen zu eurem Besitz macht!  Wir mussten euren Namen übernehmen, gehörten ab der Heirat zu eurer Familie und unsere gemeinsamen Kinder trugen euren Familiennamen, obwohl wir die Kinder mit Schmerzen geboren haben.

Adam: Na gut Eva, aber der wunde Punkt ist, dass du schuld bist, dass wir aus dem Paradies geflogen sind. Du mit deinen schönen Augen und langen Wimpern, konntest es im Paradies nicht lassen uns immer zu dem blöden Baum der Erkenntnis zu führen. Ehrlich gesagt, für mich war das Paradies ideal. Ich hatte keinen Stress, musste nicht malochen, kannte keine Angst und ich konnte damals schlafen so lange ich wollte und ich war ehrlich damit zufrieden.

Eva: (zu sich selbst) Wenn wir noch im Paradies wären, würde er sich immer noch wie ein Baby verhalten – nur essen und schlafen. 

Adam: Aber du hast dich von dieser listigen Schlange beschwatzen und verführen lassen, als sie dich mit ihrer gespaltenen Zunge scheinheilig fragte: „Sollte Gott wirklich gesagt haben ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? 

Eva: Adam, erinnere dich an meine klare und entschiedene Antwort damals. „Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten, aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esst nicht davon und rührt sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbt!“

Adam: Ja, ja diese blöde Giftviper versuchte uns auch noch mit den Worten: „Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, Gott weiß, an dem Tag an dem ihr davon esst werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen was gut und böse ist!“

Eva: Es stimmt, ich war nicht nur von den schönen, schmackhaften und verheißungsvollen Früchten fasziniert, sondern auch, dass sie klug machten, wer will das nicht sein? Und zu wissen was gut und böse ist, das war zusätzlich verlockend, das gebe ich zu.

Adam: Da freue ich mich über deine Ehrlichkeit und deine Einsicht, dass du Schuld hast. Ich wasche meine Hände in Unschuld – ich stand ja ganz einfach nur dabei!

Eva: Ja, jetzt sind wir beim Schuldzuweisen.  Sag mal Adam, wo warst du, als ich die Frucht vom Baum nahm und aß? Du standest ganz nah bei mir und hast kein Wort gesagt. Ein wenig feig warst du schon. Als ich die schöne, saftige, vielversprechende Frucht nahm und aß, gab ich sie dir und du hast sofort davon gegessen! Erinnere dich, wie gierig du mir die Frucht aus Hand nahmst. Wieso hast du geschwiegen und gegessen? Du hast das Gebot Gottes und die Konsequenzen gekannt.

Als uns beiden schlecht wurde und wir uns schämten, wussten wir, was gut und böse ist und entdeckten unser Gewissen. Erinnere dich, du hast schnell hinter einem dichten Strauch ein Versteck gesucht, als wir hörten, dass Gott näherkam.

Adam: Also nochmal Eva. Du kamst immer wieder gerade zu diesem Baum der Erkenntnis und hast ihn angestarrt und bewundert.

Eva: Ja, es stimmt, ich war fasziniert und neugierig. Ich konnte an nichts anderes mehr denken. Aber du warst neben mir und hast mit mir die Neugierde geteilt und von der Frucht gegessen. Als dich Gott dann gerufen hat: „Adam, wo bist du? Warum hast du das Verbotene getan?“, hast du die Schuld auf mich geschoben und geantwortet, dass ich, deine Frau, die Gott für dich geschaffen hat, schuld bin. Ich war zuerst sprachlos, aber ich griff diese Taktik auf und sagte eben auch zu Gott, dass mich diese blöde Schlange verführt hat, die er geschaffen hat.

Adam: Irgendwie war ich wirklich verlegen und freute mich, dich vorschieben zu können, was tut MAN nicht alles in der Not.

Eva: Heute leben wir nicht mehr im Paradies und Gott gab uns Bewusstsein und Verantwortung und das finde ich gut! Ich bin dankbar, dass Gott uns vergeben hat, wir eine neue Chance auf dieser Erde bekamen und nun bewusst leben können und sollen.

Ich nehme die Wehen bei der Geburt der Kinder auf mich, weil ich gerne Mutter bin und so an der Schöpfung aktiv Teil habe und es stimmt, ich mache mir oft Sorgen um unsere Kinder und die vielen Gefahren in ihrem Leben.

Adam: Ja, auch ich bin dankbar für den Neuanfang, den Gott uns schenkte. Jetzt lebe ich bewusster, schau dich mit meinen Augen staunend und dankbar an und fühle mich beschenkt, gerade dadurch, dass du etwas anders bist und dass ich ein Gegenüber habe. Ich lebe, ehrlich gesagt auch gerne mit meiner Arbeit, denn sie ist nur dann Fluch, wenn sie lieblos getan wird, sonst schenkt sie mir Freude und Lebenssinn, so wie dir.

Eva: Das finde ich auch, Adam und wir wissen auch, wir sind nicht wie Gott. Aber uns beiden ist heute bewusst was gut und böse ist und das ruft uns zur Verantwortung für unsere Kinder, diese wunderbare Schöpfung und die Zukunft der Welt.

Adam: Ehrlich gesagt als Frau und Mann haben wir unsere besonderen Gaben. Wenn wir in christlicher Liebe, Vertrauen und Hoffnung leben, fühlen wir etwas vom Paradies in unseren Familien und in unserer Welt. Wir erinnern uns, dass wir alle Kinder Gottes sind, dass wir aus Gnade beschenkt sind und aus der Vergebung befreit leben dürfen.

Ja und besonders heute sind wir dankbar für die Evas, unsere Frauen, Lebensspenderinnen und Partnerinnen.

Wir blicken auf 70 Jahre christlichen „Eva-Verein“ und sind dankbar für alle Hilfe, Rat und Einsatz für unsere Kirche und viele Notdürftige. Heute ist Eva-Fan-Tag und wir eure Partner und Kinder sind eure „Fans!“ Wir danken euch „Partnerinnen des Lebens und des Glücks“. Gott hat euch und uns gesegnet und so werden wir zum Segen für die Welt!

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